Wie die Biene im Bernstein - Was Namen über die Geschichte des Landes verraten

Wissenschaftsmatinee

16. Oktober 2005, 11:00 Uhr
Industriekultur Saar, Zum Schacht 3 (Grube Göttelborn), 66287 Göttelborn

Thema

OrtsnamenOrtsnamen, Flurnamen, Siedlungsnamen, Gewässernamen sind das Instrument, mit dem sich der Mensch seit grauen Vorzeiten den Raum, in dem er lebt und wirtschaftet, sprachlich verfügbar macht. Sie dienen der Identifizierung und gehören zugleich zur Identität des Menschen, eines Landes. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, aber auch stets neu erfunden. Sie enthalten, eingeschlossen in die sprachliche Form und doch Schicht um Schicht mit sprachwissenschaftlichen Methoden auslösbar, Informationen über die vergangene Wirklichkeit eines Landes, im Saar-Mosel-Raum über Kelten, Römer, Franken, die Entstehung der Sprachgrenze, mittelalterliche Siedlung und zuletzt über die Industrialisierung. Namen sind Fossilien - wie die Biene im Bernstein. Der Vortrag wird die neuen Ergebnisse der Ortsnamenforschung im Saarland und seinen Nachbargebieten an Beispielen anschaulich demonstrieren und in Karten visualisieren.

Referent

Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs ist Professor für Literatur des Mittelalters und Deutsche Sprachgeschichte an der Universität des Saarlandes. Seit 1998 leitet er die Wolfram-von-Eschenbach-Gesellschaft; seit 1997 ist er Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, seit 2005 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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