Doping im Spitzensport

Wissenschaftsmatinée

Sonntag, 25. 05. 2008
11.00 Uhr
Hermann-Neuberger Sportschule
Haus der Athleten
Konferenzraum 1 (Rundbau)
Saarbrücken, Im Stadtwald

Zum Vortrag

Im Zuge der Innovationsleistungen von Athleten, Betreuern, Trainern und Medizinern zum Zwecke der Leistungssteigerung wird ein geringer Teil der eingesetzten Mittel von der Führung des organisierten Sports zu einem gegebenen Zeitpunkt als illegitim und/oder illegal erklärt. Die Einsetzung dieser Mittel bezeichnet man als Doping. Die Einhaltung dieses Verbotes soll durch sogenannte "Dopingkontrollen" befördert werden, sei es im Kontext von Wettkämpfen, sei es in der Zeit des Trainings; die Zuwiderhandlung wird durch negative Sanktionen geahndet.

Dass Devianz, um mit Durkheim zu reden, in einem Kollektiv "normal" ist, dass sie nicht selten "Antizipation der künftigen Moral" bedeutet, und dass kulturelle und strukturelle Eigentmölichkeiten des Spitzensports auch für den illegitimen Versuch, die Chancengleichheit zu eigenen Gunsten zu verschieben, bedeutsam sind, ist der eine Aspekt, der in der sogenannten Doping-Diskussion selten reflektiert wird.

Der zweite dreht sich um die an der Achtung der Menschenwürde auszurichtenden Standards von Dopingkontrollen: Humaner Spitzensport impliziert auch humane Methoden der Devianz-Findung, -Bestrafung und -Verhütung.

Zur Person

Prof. Dr. Eike Emrich

Hauptforschungsgebiete: Organisationssoziologie, Soziologie abweichenden Verhaltens, Institutionenkonomik.

Dokumente und Materialen (PDF-Format):