Doping im Spitzensport
Wissenschaftsmatinée
Sonntag, 25. 05. 2008
11.00 Uhr
Hermann-Neuberger Sportschule
Haus der Athleten
Konferenzraum 1 (Rundbau)
Saarbrücken, Im Stadtwald
Zum Vortrag
Im Zuge der Innovationsleistungen von Athleten, Betreuern, Trainern und Medizinern zum Zwecke der Leistungssteigerung wird ein geringer Teil der eingesetzten Mittel von der Führung des organisierten Sports zu einem gegebenen Zeitpunkt als illegitim und/oder illegal erklärt. Die Einsetzung dieser Mittel bezeichnet man als Doping. Die Einhaltung dieses Verbotes soll durch sogenannte "Dopingkontrollen" befördert werden, sei es im Kontext von Wettkämpfen, sei es in der Zeit des Trainings; die Zuwiderhandlung wird durch negative Sanktionen geahndet.
Dass Devianz, um mit Durkheim zu reden, in einem Kollektiv "normal" ist, dass sie nicht selten "Antizipation der künftigen Moral" bedeutet, und dass kulturelle und strukturelle Eigentmölichkeiten des Spitzensports auch für den illegitimen Versuch, die Chancengleichheit zu eigenen Gunsten zu verschieben, bedeutsam sind, ist der eine Aspekt, der in der sogenannten Doping-Diskussion selten reflektiert wird.
Der zweite dreht sich um die an der Achtung der Menschenwürde auszurichtenden Standards von Dopingkontrollen: Humaner Spitzensport impliziert auch humane Methoden der Devianz-Findung, -Bestrafung und -Verhütung.
Zur Person
Prof. Dr. Eike Emrich
- Von 1977/78 bis 1984 Studium der Fächer Sportwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaftslehre jeweils im Hauptfach, Abschlsse 1981 und 1984.
- 1984 bis 1987 Assistent beim Rechtssoziologen Prof. Dr. Christian Helfer,
- Promotion in der Soziologie an der Universität des Saarlandes 1988,
- Habilitation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1995.
- 1988 bis 2000 hauptamtliche Fhrungsttigkeit in Sportorganisation, 2000 bis 2005 Lehrstuhl für Sportentwicklung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2005 Wechsel an die Universität Saarlandes, Lehrstuhl Sportökonomie und Sportsoziologie an der Universität des Saarlandes.
Hauptforschungsgebiete: Organisationssoziologie, Soziologie abweichenden Verhaltens, Institutionenkonomik.
