„Abfall = Rohstoff - die Notwendigkeit neuer Einsichten“

Wissenschaftsmatinée

02. Dezember 2012
11.00 Uhr

Schengen-Lyzeum Perl
Auf dem Sabel 2
66706 Perl

Zum Vortrag


„Abfall = Rohstoff - die Notwendigkeit neuer Einsichten“

Die Abfallwirtschaft hat in den letzten Dekaden einen gewaltigen Wandel durchlaufen. Während im Nachkriegsdeutschland bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein noch die Abfallbeseitigung auf Müllkippen die – in den meisten Fällen – einzige Entsorgungslösung darstellte, bewegen wir uns heute in dem wesentlich differenzierten System des Kreislaufgedankens. Die Anforderungen, die aus der früher vorhandenen Schwierigkeit zur Realisierung umweltverträglicher Anlagen, der zunehmenden Ressourcenverknappung und damit verbundenen Preisentwicklung sowie nicht zuletzt aus den Aspekten des Klimaschutzes resultierten, führten – und führen heute noch – zur Notwendigkeit eines Umdenkens im Umgang mit den Stoffen, die wir eigentlich los werden wollen. Der Paradigmenwechsel von der Abfall- hin zur Ressourcenwirtschaft muss dabei vollzogen werden.

Der Vortrag gibt vor dem obigen Hintergrund einen Abriss über die bisherige Entwicklung der Abfallwirtschaft in Deutschland und stellt den derzeit noch vorhandenen Handlungsbedarf zur Optimierung des Gesamtsystems heraus. Besondere Berücksichtigung erfahren dabei die biogenen Abfälle, da sie im Kontext des Klimaschutzes und der Bereitstellung regenerativer Energien aus Biomasse („waste to energy“) eine wichtige Rolle spielen.

Zusätzlich zu der in Deutschland zu konstatierenden Situation wird auch ein Blick auf den internationalen Bereich - z.B. auf Dritt-und Schwellenländer - geworfen.


Zur Person


Frank Baur

Frank Baur ist seit 1994 Professor für Kreislaufwirtschaft und Stoffstrommanagement an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Er hat Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Abfall- und Siedlungswasserwirtschaft an der Universität Stuttgart studiert und war vor seiner Hochschultätigkeit acht Jahre in technischer Leitungsfunktion in einem wissenschaftlich ausgerichteten Ingenieurbüro beschäftigt.

Seit 2000 hat er an dem Aufbau des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) mitgewirkt und ist dort mittlerweile stellvertretender wissenschaftlicher Leiter. Im Institut ist er zuständig für das Arbeitsfeld „Stoffströme“ in welchem auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene Projekte im Bereich der Kreislaufwirtschaft, der Biomasse-Nutzung, des Stoffstrommanagements und des regionalen/kommunalen Klimaschutzes durchgeführt werden.

Er ist Mitglied des Forschungskuratoriums der Entsorgergemeinschaft der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. und im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V.. Darüber hinaus wirkt er in verschiedenen Projektbeiräten zu nationalen Forschungsvorhaben mit.


Dokumente und Materialen (PDF-Format):